La Serenissima

4 03 2008

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Sobald ich mit meinem Fuß venezianischen Boden berühre, fühle ich mich leicht und beschwingt. Dieser Ort hat ein Flair, das mich anzieht, das alle trübsinnigen Gedanken verschwinden lässt und das mich herzlich willkommen heißt. Mit vielen anderen Menschen lasse ich mich einfach so treiben und spaziere planlos umher. Immer wieder sehe ich verkleidete Personen mit venezianischen Masken.

So wandere ich über hunderte Brücken, komme an unzähligen Kirchen vorbei und besteige endlose Treppen. Hierher scheinen sich kaum Touristen zu verlaufen, so dass ich alleine und in aller Ruhe meinen Blick über die Dächer Venedigs schweifen lassen kann. Oben halte ich inne und nehme die Gefühle dieser verzauberten Stadt in mich auf.

Weiter tragen mich meine Schritte in Richtung der Piazza San Marco, dem schönsten Salon Europas. Tausende Besucher vermischen sich mit den Einheimischen, maskiert oder nicht maskiert, sind fröhlich und ausgelassen, lachen und tanzen oder staunen einfach nur über das bunte Treiben in der Lagunen-Stadt. Der Einmarsch der maskierten Venezianer hat bereits begonnen, an manchen Stellen ist ein Weiterkommen nicht mehr möglich.

Aber ein paar Gässchen, ein paar Brücken weiter gibt es wieder herrlich ruhige Campi und auch Kirchen, in die sich jeder – der will – zurükziehen kann. So stehe ich dann vor der unvergleichlichen „Assunta“ von Tizian, dem fantastischen Madonnenbild von Rubens oder vor der beeindruckenden „Hochzeit von Kanaan“ von Tintoretto. Die Stille kehrt zurück, und ich verweile in einem stillen Gebet.

So versinkt an diesem wunderschönen und ereignisreichen Tag die Sonne in der Lagune und die Stadt erstrahlt von Neuem mit seinen vielen Laternen, einige Gondeln gleiten noch durch die gehemnisumwitterten Kanäle und von weitem höre ich die traurige Weise eines Liebesliedes, das von einem unglücklichen Paar erzählt.

Auch für mich heißt es nun Abschied nehmen. Etwas wehmütig blicke ich ein letztes Mal – aber nur für diesen Tag – zurück zur Serenissima.


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5 03 2008
Renate Wansch

Du solltest einen Reiseführer in Prosa machen. Mit deinen Bildern und deiner wunderschönen Sprache. Renate

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