Hamburg

21 02 2008

            

 

    

Traumstadt 

Zu kurz war die Zeit,
dich richtig kennen zu lernen,
doch ich habe deinen Atem gespürt
und deine Träume wahrgenommen.
 

Zu kurz war der Augenblick,
in dem du mich gefangen genommen hast,
doch genug um deine Schönheit
und deinen Geist zu spüren. 

Zu kurz war der Tag,
um meine Schritte zu stoppen,
so bin ich emporgestiegen
und hab’ dich von oben betrachtet. 

Zu kurz war die Nacht,
noch sind nicht alle Lichter erloschen,
warten darauf, wieder für mich zu leuchten,
ich komme wieder.

 





Flügelschlag

21 02 2008
           
In weite Ferne
schweift mein Blick, bin gefangen
süßer Augenblick.
Gedankenflügel breiten
sich aus und schweben davon.




Lieber Freund!

21 02 2008

Lange habe ich nachgedacht, wie ich Sie/Dich anreden soll. Ich hoffe, es ist Ihnen/Dir recht, wenn ich das DU wähle. Aber aufgrund der vielen Konzerte, die ich in den letzten 25 und mehr Jahren von euch besuchte, habe ich fast das Gefühl, einem sehr guten Bekannten zu schreiben.  

Meine Liebe zur Musik von Euch begleitet mich doch schon eine recht lange Zeit meines Lebens. Viele Jahre jedoch habe ich eure Lieder, eure Musik einfach gerne gehört, oft so nebenbei, ohne richtig auf die Texte zu achten. Erst in letzter Zeit habe ich mich intensiv mit den Aussagen der einzelnen Songs auseinander gesetzt. Muss so ziemlich zeitgleich mit dem Erscheinen deiner Solo-CD gewesen sein. Das Konzert im Grazer Orpheum habe ich natürlich besucht und auch sehr genossen. Später erst habe ich erfahren, dass dieses Album anscheinend nicht so gut beim Publikum angekommen wäre und dass sogar einige Konzerte abgesagt worden sind, was für mich einfach unvorstellbar ist, aber vielleicht braucht man auch eine bestimmte „ geistige Reife“, um deine Worte und die doch oft sehr rockige Musik zu verstehen.  

Durch das intensive und sehr bewusste Anhören der Lieder, bin ich immer mehr auf den Geschmack gekommen, vor allem „deine“ Lieder anzuhören. Ich habe erkannt, wie anspruchsvoll, manchmal auch kompromisslos deine Aussagen darin sind. Das bezieht sich sowohl auf die Songs unter eurem gemeinsamen Level als auch auf dein Solo-Album. Auch wenn ich vielleicht nicht immer einer Meinung mit dir bin, merke ich, wie viel du mir zu sagen hast. Deine Musik und deine Worte rütteln mich auf, sie regen mich zum Nachdenken an, aber auch zum Schmunzeln, du gibst oft Zündstoff für heftige Diskussionen, du zeigst lächelnd und ironisch den Kleingeist der heutigen Gesellschaft auf, lässt unsere Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten, behandelst so viele Themen, über die Ausländerproblematik (und zwar von beiden Seiten) bis hin zur Liebe, über Fernweh, Freunde und vieles mehr, kannst witzig, ironisch, aber auch sehr ernst sein.  

Alles in allem ist dein Album ein wirklich fantastisches Werk, das ich nicht missen möchte. Deine CD ist für mich wie ein sehr gutes Buch, das man immer wieder gerne aufschlägt, um ein paar Zeilen, ein paar Worte nachzulesen, das einen Lieblingsplatz im Bücherregal hat, aber nicht um dort zu verstauben, das man sogar gerne mit auf Reisen nimmt, weil einem sonst was fehlen würde, das schon sehr abgegriffen ist, weil es eben sehr häufig in die Hand genommen wird und in das man seine eigene Interpretationen und Gedanken am Rande vermerkt. Es beinhaltet Gedanken, die einen nicht mehr loslassen. 

Schön wäre es natürlich, wenn du diesem Meisterwerk einen Nachfolger gönnst. Deine treuen Fans würden es mit Begeisterung aufnehmen und ihm genauso wie dem 1. Album einen Ehrenplatz einräumen. Ich glaube einfach, dass du noch vieles zu sagen hast, das weit über die gemeinsame Musik hinausgeht. Es wäre doch wirklich schade, wenn diese Gedanken nicht zu Papier gebracht und vertont werden würden. 

Liebe Grüße, eine … 





Wo sind sie nur geblieben?

3 02 2008

Hoffnungs- und erwartungsvoll, ja sogar sehnsüchtig schaue ich in den Briefkasten. Jede Menge Post nehme ich heraus, und was finde ich vor? Nur Webematerial, Rechnungen und sonstige nicht unbedingt notwendigen Informationen. Keine Ansichtskarte, kein persönlicher Brief und kein netter Gruß.  

Wo sind sie nur geblieben? Die Briefschreiber, die von jedem Eck dieser Welt verfassenden Ansichtskarten-Sender, die liebevollen Geburtstagswünsche-Verfasser? Gibt es sie noch, oder gehören sie wirklich schon zu den vom Aussterben bedrohten Spezien? Hat den keiner mehr Lust sich an den Schreibtisch zu setzen, ein liebevoll ausgesuchtes Briefpapier aus der Schublade zu holen, um dann mit Füllfeder oder Kugelschreiber sich einem Mitmenschen mitzuteilen, nette Grüße zu senden oder seine Liebe zu gestehen. Wohin sind die leicht nach Parfum duftenden Seiten, das edle oder farbenfrohe Briefpapier und die schönen Sonderbriefmarken verschwunden?  

Gibt es nur mehr „HDL“, „LG“, „BBB“ und „HASE“, gibt es nur mehr das Handy, gibt es nur mehr ICQ und Chatrooms? Schade eigentlich, denn jeder, der einmal von einer Freundin oder einem Freund, von seiner/m Geliebten oder auch nur von seiner Schwester, seinem Bruder einen liebevoll geschriebenen Brief erhalten hat, weiß, dass diese auf fast nichts reduzierte Sprache da nicht mithalten kann.

Da gibt es doch die vielen kleinen unausgesprochenen Dinge, die wir zwischen den Zeilen zum Lesen bekommen, da gibt es Schnörkel und Gedankenstriche, da gibt es Zeichnungen und Fotos, da gibt es Unterstrichenes und Hervorgehobenes, da gibt es Erinnerungsstücke oder gepresste Blumen, da gibt es das gewisse Etwas und das Aufrüttelnde, vielleicht auch mal eine getrocknete Träne oder einen hin gehauchten Lippenstiftkuss. Will jeder auf so einen Brief verzichten? 

Darum rufe ich auf: 

Schreibt mal wieder!!!